Tag 1

Kennenlernen der Teams am Vortag


Am 14.06. gab es ein kleines 'Warm up' in den Überquell Brauwerkstätten mit einigen Teams, die schon in Hamburg waren. Und nicht nur das. Auch gab es schon die ersten Reparaturen auf dem Fischmarkt. Da kamen einem Gedanken, ob unser kleiner Rally-Miata die Reise wohl schaffen wird ...

Eray und Tobias vom Team 57 Racing Crew, die wir nur von ihren Stimmen aus den Podcasts kannten, waren beispielsweise solche Kandidaten. Nachdem wir die beiden in der Überquell Brauerei endlich persönlich getroffen haben und mit ihnen ein, zwei Bierchen getrunken haben, sind wir gemeinsam eine Runde über den Fischmarkt gegangen. Dort war Hardy Leben (Team Gelber BSC Passat der Winter-Rallye 2018) schon am Schrauben und hielf somit einigen Teams die Autos fit zu machen. Nach einem kurzen Plausch berichtete Tobias, dass sie schon auf der Anfahrt nach Hamburg Probleme mit 'Berta' (so heißt der Opel Zafira) hatten und zweimal eine Werkstatt aufsuchen mussten. Was aber nun genau kaputt war wusste keiner. Hardy fackelte nicht lange und sagte den Jungs, sie sollen das Auto herbringen und er schaut sich 'Berta' noch einmal an. Und das war auch das große Glück der Jungs. Es stellte sich heraus, dass am Hinterreifen vier der fünf Radmuttern abgebrochen waren und sie so niemals die Reise um die Ostsee geschafft hätten! Hardy überlegte nicht lang und bohrte bis nachts um halb 3 die Reste aus und machte das Auto so startklar.

Der Start


7:00 Uhr: Der Wecker klingelt und nach einer kurzen Nacht erwachen wir in Hamburg. Heute geht es los! Aber realisieren können wir es noch nicht.

 

9:00 Uhr: Nach einer letzten heißen Dusche und einem Kaffee 'to go' treffen wir auf dem Fischmarkt ein. Ob wir nervös sind? Eigentlich nicht, aber mal schauen was noch kommt ...

In der Überquell Brauerei bekommen wir unser Roadbook, ein Stück Holz, ein 4er-Träger Bier und unsere Bändchen, die uns für die nächsten 16 Tage als BSC-Teilnehmer ausweisen.

 

Doreana's Eltern, Oma, Onkel und Tante sowie viele Freunde und Bekannte von uns sind ebenfalls zum Fischmarkt gekommen, was uns nochmal so richtig motiviert hat. So langsam stieg ja doch die Nervosität. Und dann ist es passiert: Als wir Geschenke von Freunden, Bekannten und Verwandten bekommen haben, kam mit all' den lieben Worten auch das ein oder andere Tränchen. Susann fragte sich plötzlich, was sie hier eigentlich macht und wieso sie nicht auf ihrem Sofa liegt, aber es gab kein zurück!

 

Zur Begrüßung und Einstimmung gab es von einer Hamburger Tanzgruppe zwei traditionelle Russische Volkstänze. Anschließend stellten sich einige Vertreter der großen Spendenorganisationen, die der Superlative Adventure Club unterstützt, vor. Und keine 10 Minuten später rollen die ersten Autos über die Rampe. Wir gehen mit der Nummer #204 an den Start und haben somit noch Zeit ...

 

Doch dann stehen auch wir vor der Rampe und fahren standesgemäß mit offenem Verdeck los. Das Abenteuer beginnt!


Achtung! Wenn du den BSC selber fahren möchtest und keine der Aufgaben wissen möchtest, dann lese bitte nicht weiter.

Melde dich an und erlebe (d)ein einzigartiges Abenteuer!


Die Roadbook-Competition


Das Roadbook ist ein wichtiger Teil der Rallye. Das Motto ist "Alles kann, nichts muss." Es dient als guter Leitfaden und wir würden es jedem empfehlen, sich daran zu orientieren. Alles ist auf Englisch verfasst, um somit auch Teilnehmern aus anderen Ländern die Möglichkeit zu geben an der Rallye teilzunehmen. Des Weiteren empfiehlt das Roadbook für jeden Tag eine Region bzw. Campingspots oder -plätze, die man ansteuern kann.

Das DIN A4-Buch ist so aufgebaut, dass es tägliche Aufgaben gibt, die auf der jeweiligen Tagesetappe zu erledigen sind und zehn weitere Sonderaufgaben, die während der gesamten Rallye gelöst werden können. Für jede erfüllte Aufgabe gibt es eine gewisse Anzahl an Punkten.

Weitere Punkte bekommt man für 'wild camping' oder das 'nicht nutzen' von Autobahn-Jokern.

Eine besondere Challenge ist das Tauschen von Gegenständen. Hierbei beginnt man in Deutschland eine blaue Büroklammer in einen höherwertigen Gegenstand zu tauschen. Im Verlauf der Rallye tauscht man diesen Gegenstand immer weiter - einige sind bspw. mit einem Rasenmäher, einem Grill oder einer Mikrowelle wieder gekommen. Der Fantasie sind also keine Grenzen gesetzt!

Tag 1


Unser heutiges Ziel liegt in Südschweden. Dort sollen wir uns einer Wikingertaufe unterziehen. Schließlich steht der BSC ganz im Zeichen des Wikingers.

 

Unser erster Halt dafür ist das Wikinger Museum Haithabu in Busdorf. Aber um da erstmal hinzukommen, müssen wir aus Hamburg raus. Auf der Autobahn angekommen (am ersten um am letzten Tag ist das benutzen von Autobahnen erlaubt), ist es erstmal leicht für uns. Immer der Nase nach. Im Wikinger Museum waren wir jedoch zuerst verwirrt. Sollten wir jetzt hier etwas abholen? Etwas kaufen? Oder wie ist das jetzt gemeint? Die Mitarbeiter wussten ebenfalls von nichts. (Im Nachhinein können wir sagen, dass wir uns noch nicht auf den BSC eingestellt hatten und noch viel zu kompliziert dachten.) Susann entschied sich ein Trinkhorn zu kaufen - schließlich haben Wikinger sowas doch benutzt!

 

Und weiter ging die Fahrt. An der Dänischen Grenze angekommen, mussten wir leider das Dach zu machen. Es regnet und die Straßen sind so nass, dass es keinen Sinn machte weiter offen zu fahren.

Langsam wurde es auch mal wieder Zeit etwas zu essen. So steuerten wir in Kolding das goldene M an. Unser guter MX5-Freund Flemming, der ganz in der Nähe wohnt, kam spontan auf einen kurzen Schnack und guten Wünschen für die Rallye vorbei. Diese Chance nutzen wir doch gleich aus, denn es gab ja noch eine weitere Aufgabe zu erledigen. Unsere blaue Büroklammer hatten wir bereits in Deutschland gegen einen Regenschirm getauscht. Nun war es an der Zeit diesen wieder in Dänemark zu tauschen. Flemming gab uns also seine Warnweste aus dem Auto und freute sich über unseren Regenschirm.

Als wir die Reste unseres nahrhaften Essens kauten, kamen uns die Sonderaufgaben wieder in den Sinn. War da nicht was mit Lego? Und sind wir nicht gerade im Land des Legos? Doreana nahm sofort Kontakt mit einen freundlich Mitarbeiter auf und fragte ihn wo wir wohl auf die schnelle Lego bekommen würden. Leider konnte er uns nicht weiterhelfen, doch das Gespräch blieb nicht unbemerkt. Die Vorgesetzte des jungen Mannes kam kurz darauf zu uns an Tisch und fragte, ob alles in Ordnung sei und wie wir den Service ihres Mitarbeiter einschätzen würden. Wir antworteten ganz erstaunt, dass alle in Ordnung sei, waren aber verwundert über so eine freundliche Nachfrage, denn das haben wir noch nie in einem Deutschen McDonnalds erlebt.

 

Weiter ging die Fahrt und kurz vor der Öresundbrücke wurden die Straßen trocken, sodass wir endlich wieder das Dach auf machen konnten, um diese wunderschöne Aussicht in vollen Zügen zu genießen. Wir hielten noch diverse Male an, denn um die heutige Tagesaufgabe zu erledigen benötigten wir Wasser, Sand und Luft der Ostsee, ein Stück Skandinavischen Stahl sowie einen schwedischen Ast. Angekommen an den Steinen, war die Dunkelheit inzwischen voll eingetroffen. Wie es die Aufagbe wollte, krabbelten wir mit den gesammelten Dingen auf dem Rücken um den Stein herum und waren nun somit echte Wikinger! Nun aber schnell weiter nach Sandhammaren (Schweden). Dort suchten wir uns gemeinsam mit vielen anderen Teams einen Platz zum wild campen. Zum Glück hatten wir unsere Mützen mit integrierter LED-Lampe dabei und ein weiteres Team machte uns Licht, damit wir unser 5 Personen Zelt aufbauen konnten. Puh, man merkte, dass wir noch keine Routine im Aufbau hatten - doch nach 1,5 Stunden stand dann endlich alles und wir fielen gegen Mitternacht auf unsere Luftbetten. Gute Nacht!